Marktbericht 30. Juli 2026: Fed bestätigt Zinspause – Microsoft glänzt mit Azure-Beschleunigung, Meta enttäuscht, Apple und Amazon heute im Fokus
- NXT.ONE
- vor 18 Stunden
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Der heutige Handelstag steht im Zeichen einer Flut von Unternehmenszahlen und wichtigen Makrodaten. Nachdem die US-Notenbank Federal Reserve am gestrigen Abend wie erwartet die Zinsen unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent beließ, lieferten Microsoft und Meta ihre mit Spannung erwarteten Quartalsergebnisse – mit sehr unterschiedlichem Ausgang. Heute Abend folgen Apple und Amazon, begleitet von BIP-Daten aus Deutschland und der Eurozone sowie der Zinsentscheidung der Bank of England.
1. Fed hält Zinsen stabil – Warsh bleibt datenabhängig
Die US-Notenbank Federal Reserve hat auf ihrer Juli-Sitzung den Leitzins erwartungsgemäß unverändert im Korridor von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Fed-Chef Kevin Warsh betonte erneut die Notwendigkeit, die Inflation dauerhaft auf das 2-Prozent-Ziel zu senken, ohne einen konkreten Zeitplan für Zinssenkungen zu nennen. US-Präsident Donald Trump hatte Warsh zuvor öffentlich als fantastic gelobt und gleichzeitig gefordert, die Zinsen auf das niedrigste Niveau seit 30 Jahren zu senken. Die Märkte reagierten verhalten: Der DAX schloss mit 25.460 Punkten nahezu unverändert. Rheinmetall sprang um 6,2 Prozent, Infineon verlor 5,9 Prozent. Der Ölpreis legte nach kurzer Entspannung wieder um rund 5 Prozent zu.
2. Microsoft schlägt auf ganzer Linie – Azure beschleunigt auf +43 %
Microsoft lieferte für das vierte Fiskalquartal 2026 ein beeindruckendes Ergebnis: Umsatz +18 % auf 90 Mrd. Dollar (Beat: 87,7 Mrd. erwartet). EPS +32 % auf 4,81 Dollar (Beat: 4,24 erwartet). Azure-Wachstum beschleunigte auf +43 % (Vorquartal: +40 %). Cloud-Auftragsbestand: 678 Mrd. Dollar (Rekord). Capex Q4: 41 Mrd. Dollar. Free Cash Flow: 19,6 Mrd. Dollar (–23 % ggü. Vj.). Ein Sondereffekt von 27 Cent je Aktie aus einem 3,2-Mrd.-Dollar-Gewinn auf die Anthropic-Beteiligung blähte das EPS auf. Bereinigt schlug Microsoft die Erwartungen dennoch auf beiden Ebenen. Die Aktie stieg nachbörslich um rund 2 Prozent. Anleger warten auf die Capex-Guidance für das laufende Quartal im heutigen Analysten-Call.
3. Meta: Umsatzrekord, aber Gewinneinbruch durch KI-Kosten und Rechtsstreitigkeiten
Meta Platforms meldete für Q2 2026 einen Umsatzrekord von 60,80 Mrd. Dollar (+28 %). Doch der Gewinn enttäuschte: EPS 6,18 Dollar (Erwartung: 7,19 Dollar, Miss). Kosten stiegen um 55 % auf 42 Mrd. Dollar – KI-Infrastruktur, Rechtskosten 2,4 Mrd. Dollar, Abfindungen 1,18 Mrd. Dollar. Operative Marge kollabierte von 43 % auf 31 %. Aktie verlor nachbörslich rund 9 %. Q3-Umsatz-Guidance: 61–64 Mrd. Dollar. Capex-Guidance 2026 angehoben auf 130–145 Mrd. Dollar. CEO Zuckerberg: KI beschleunige das Kerngeschäft und öffne die Tür zu neuen Unternehmensmöglichkeiten.
4. Apple und Amazon heute Abend – BIP-Daten und BoE am Nachmittag
Am Nachmittag stehen das deutsche BIP Q2 (Prognose: +0,1 %), Eurozone-BIP (Prognose: +0,2 %), deutsche Verbraucherpreise Juli (Prognose: +2,7 %) sowie die Bank-of-England-Entscheidung (Prognose: 3,75 %, unverändert) auf dem Programm. Aus den USA kommen BIP Q2 annualisiert (Prognose: +1,8 %) und PCE-Preisindex. Nach Börsenschluss: Apple (Umsatz-Konsensus 108,9 Mrd. Dollar, EPS 1,89 Dollar; letzter Earnings Call von CEO Tim Cook) und Amazon (Umsatz-Konsensus 196,71 Mrd. Dollar; AWS als Profittreiber). Weitere Berichterstatter: Adidas, BMW, Sanofi, Shell, Stellantis, Samsung Electronics.
5. Bitcoin bei 64.268 Dollar – Krypto im Wartezustand
Der Kryptomarkt reagierte auf die Fed-Zinspause zunächst verhalten positiv. Bitcoin notierte nach der Entscheidung bei 64.268 Dollar, fiel dann auf rund 63.500 Dollar zurück. Ethereum: 1.917 Dollar. XRP: 1,08 Dollar. Solana: 73,97 Dollar. Crypto Fear & Greed Index: 28 (Fear) – verbessert von Extreme Fear. Der CLARITY Act bleibt auf Eis: Der US-Senat hat das Krypto-Rahmengesetz erneut vertagt. Nächstes Zeitfenster: September 2026. Institutionelle Akteure wie BlackRock und Goldman Sachs unterstützen das Gesetz weiterhin öffentlich.

